Auf zu neuen
Horizonten

Wilhelmshaven wird zu einem Drehkreuz für grüne Energie und ebnet somit den Weg in eine klimaneutrale Zukunft

Heute ist Wilhelmshaven ein bedeutender Standort für den Import von fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl. Das Potential des Standorts für grüne Energieträger gilt es allerdings erst noch zu erschließen.

Mit dem Green Wilhelmshaven-Projekt wird ein Energiedrehkreuz für den Import und die Produktion von grünem Wasserstoff in großem Maßstab geschaffen. Dies ist eine essentielle Voraussetzung für Unipers Ambition, unser europäisches Stromerzeugungsportfolio bis 2035 klimaneutral zu gestalten.

Vision

Uniper baut Wilhelmshaven zu einer zentralen Energiedrehscheibe für den Import und die Produktion grüner wasserstoffbasierter Energieträger aus.

Um das nationale Ziel der CO2-Neutralität Deutschlands zu erreichen, werden große Mengen an grüner Energie aus verschiedenen Quellen benötigt werden. Derzeit liegt die Produktion aus Quellen der erneuerbaren Energien unterhalb des Primärenergiebedarfs Deutschlands, weshalb Energieimporte und der Ausbau der Offshore-Windenergie in der deutschen Nordsee unverzichtbar erscheinen. Investitionen sowohl in den Import als auch in die Produktion von erneuerbaren Energieträgern sorgen für eine Diversifizierung und bedeuten, dass Deutschland in Zukunft Abhängigkeiten bei der Energieversorgung verringern kann.

Mit Green Wilhelmshaven werden wir einen Beitrag zur Versorgungssicherheit Deutschlands und großer Teile Europas leisten. Darüber hinaus wird dieses Großprojekt die lokale Wertschöpfung durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region unterstützen und die Energiewende in Deutschland wesentlich vorantreiben.

Uniper nutzt diese Vorteile um den Standort Wilhelmshaven zu einer bedeutenden Drehscheibe für die bundesweite Versorgung mit grünem Wasserstoff auszubauen.

Um als wichtiger Anlande- und Produktionsstandort für Wasserstoff zu fungieren, benötigt Wilhelmshaven eine effiziente Wasserstoffinfrastruktur. Dies wird durch den Bau und die Umwidmung von Pipelines erreicht, die den Standort fit für die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft macht.

Endverbraucher unserer Produkte sind industrielle Abnehmer in ganz Deutschland. Gerade in der Stahlindustrie, der chemischen Industrie und Raffinerien steigt die Nachfrage nach grünem Wasserstoff. Mit dem Ausbau des deutschen Wasserstoff-Verteilnetzes werden Kunden in Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands von Wilhelmshaven aus versorgt.

Der Standort Wilhelmshaven

Der Import von Kohle und Öl sowie der Betrieb von zwei Kohlekraftwerken haben Wilhelmshaven lange Zeit als einen der führenden deutschen Energiestandorte ausgezeichnet.

Mit der im Rahmen des Kohleausstiegs festgelegten Stilllegung der Kraftwerke und der notwendigen Dekarbonisierung der Energieimporte steht Wilhelmshaven nun vor einem großen Wandel als Energie- und Industriestandort mit enormen Chancen, ein Hub für grüne Energiequellen für ganz Deutschland zu werden. Dies wiederum wird die Region wirtschaftlich weiterentwickeln und stärken.

Wilhelmshaven verfügt über mehrere einzigartige Merkmale, die es für ein solches Drehkreuz geeignet machen.

Als Deutschlands einziger Tiefwasserhafen an der Nordseeküste bietet Wilhelmshaven einen einfachen Zugang für große Schiffe zur Einfuhr von Wasserstoff in Form von Ammoniak.

Die Region wird auch der zukünftige Anlandepunkt für große Offshore-Windparks sein, die in der deutschen Nordsee errichtet werden. Das macht den Standort ideal für große Elektrolyseure und fördert durch die lokale Stromproduktion die Entlastung der Stromnetze. Gleichzeitig beliefern wir die Industrie von hier aus mit einem klimafreundlichen Rohstoff und tragen damit zur Dekarbonisierung dieser Unternehmen bei.

Weitere Vorteile der Region sind die Nähe zu Salzkavernen wie Etzel oder Krummhörn, die für die großtechnische Speicherung von Wasserstoff genutzt werden können und der frühzeitige Anschluss an die Wasserstoffpipeline des sogenannten “European Hydrogen Backbone”, der zukünftigen Wasserstoffverteilnetz in Europa.

Unsere weiteren Aktivitäten in der Region verdeutlichen das große Potenzial das wir Wilhelmshaven als einzigartigem Standort beimessen. Uniper unterstützt und engagiert sich in Projekten wie dem Energy-Hub Port of WHV.

Als Deutschlands einziger Tiefwasserhafen an der Nordseeküste bietet Wilhelmshaven einen einfachen Zugang für große Schiffe zur Einfuhr von Wasserstoff in Form von Ammoniak.

Das projekt

Im Rahmen des Projekts Green Wilhelmshaven sollen sowohl ein Ammoniak-Importterminal als auch eine 1-GW-Elektrolyseanlage für die Wasserstoffproduktion bis Ende des Jahrzehnts gebaut werden. Der Elektrolyseur könnte in Kombination mit dem Importterminal rund 300.000 Tonnen grünen Wasserstoff liefern, was 10-20% des für 2030 erwarteten Bedarfs in ganz Deutschland entspricht.

Uniper könnte bis 2030 zwischen 10-20% des gesamten deutschen Wasserstoffbedarfs von Wilhelmshaven aus decken.

Warum Ammoniak?

  • Die Bundesregierung prognostiziert eine Wasserstoffnachfrage bis 2030 von 90-110 TWh/a.
  • Das macht Importe im großen Stil notwendig, da die heimischen Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff nicht ausreichen.
  • Ammoniak ist die Form des Wasserstoff, die am einfachsten zu transportieren ist und mit großen Schiffen nach Deutschland und Europa gebracht werden kann. Andere Transportvektoren wie verflüssigter Wasserstoff (LH2) oder flüssige organische Wasserstoffträger (LOHC) werden sich voraussichtlich noch einige Jahre in der Entwicklungsphase befinden und die Transportkapazitäten sind auf absehbare Zeit stark begrenzt.
  • Da Ammoniak ein wichtiger Ausgangsstoff für verschiedene industrielle Prozesse ist, besteht bereits jetzt ein global vernetzter und weit entwickelter Markt (jährlicher Verbrauch von rund 180 Mio. Tonnen weltweit).
  • Handhabung, Transport, Lagerung und Verwendung von Ammoniak sind erprobte Prozesse, deren Sicherheitsstandards lang etabliert sind.

Warum Elektrolyse?

  • Mittels Elektrolyse kann die reichlich vorhandene, aber volatile Windenergie in grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Dieser kann sehr effizient transportiert und gespeichert werden.
  • Die Offshore-Windenergie landet an der deutschen Nordseeküste an. Der Weitertransport von Strom in den Süden ist jedoch komplex und teuer, da neue Übertragungsnetze gebaut werden müssten.
  • Eine großtechnische Elektrolyse in Wilhelmshaven kann erhebliche Mengen an Windenergie direkt aufnehmen und in Wasserstoff umwandeln.
  • Die Elektrolyse und die gesamte nachgelagerte Wasserstoffinfrastruktur wirken wie ein Stoßdämpfer, der die Windenergie als Wasserstoff speichert und bei Starkwind transportfähig macht.

Der Großelektrolyseur von Uniper wird für mehrere Zwecke optimiert werden:

  • die wirtschaftliche Produktion von großen Mengen grünen Wasserstoffs.
  • die Anlage kann durch die Bereitstellung von Systemdienstleistungen einen wichtigen Beitrag für den Betrieb des (über-)regionalen Stromnetzes leisten.
  • Die Übertragungsnetzbetreiber könnten davon profitieren, dass der Elektrolyseur flexibel an die Netzsituation angepasst werden kann: Wird an einem windreichen Tag mehr Strom produziert als verbraucht, kann die Produktionsrate des Elektrolyseurs flexibel erhöht und somit das Stromnetz entlastet werden.
  • An Tagen, an denen zu wenig Grünstrom erzeugt wird, kann die Produktionsleistung des Elektrolyseurs flexibel gesenkt werden, um weniger Strom zu verbrauchen.
  • Um diese netzdienliche Fähigkeit des Elektrolyseurs voll auszuschöpfen, werden Uniper und die (über)regionalen Netzbetreiber eng zusammenarbeiten, um die vollständige Integration beider Systeme zu gewährleisten.

Green Wilhelmshaven wurde in den Zehnjahresplan (TYNDP) des Verbands Europäischer Fernleitungsnetzbetreiber für Gas (ENTSOG) für 2022 aufgenommen. Damit ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein für das Projekt erreicht, sondern auch eine Relevanz für die europäischen Klima- und Energieambitionen bewiesen.

Der TYNDP wird alle zwei Jahre im Auftrag der EU veröffentlicht und bildet die europäische Gasinfrastruktur und ihre Zukunft inklusive Entwicklungsszenarien ab. Der Plan gibt zudem Auskunft über die Versorgungssicherheit mit Gas in Europa sowie die Stabilität des Gasnetzes. Im TYNDP aufgelistete Projekte erfüllen die strikten Anforderungen des ENTSOG und sind wichtig für die langfristige Entwicklung der europäischen Energieversorgung. 

Als Schlüsselprojekt für eine grenzübergreifende Infrastruktur treibt Green Wilhelmshaven die stärkere Verknüpfung der Energiesysteme der EU voran und erweist sich somit als ein Projekt von europaweiter Relevanz. Die durch Green Wilhelmshaven erzeugten und importierten erneuerbaren Energiemengen tragen maßgeblich zur Stabilität und Nachhaltigkeit der Energieversorgung bei. 

Energy-Hub - Port of Wilhelmshaven

Im Jahr 2020 gründete eine Gruppe von Unternehmen, Organisationen und regionalen Akteuren die Initiative "ENERGY-HUB Port of Wilhelmshaven". Ihr Ziel ist es, Wilhelmshaven auf die europäische Energielandkarte zu setzen und dessen Rolle als Standort für konventionelle und grüne Energie für die Region und ganz Deutschland zu stärken. Die Mitglieder der Initiative "ENERGY-HUB Port of Wilhelmshaven" sind in den Bereichen Import, Produktion, Speicherung und Transport von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten, Erdgas, Erdöl, Kohle und der Erzeugung von erneuerbaren Energien tätig. Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter www.energyhub-wilhelmshaven.de.

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