Das projekt

Im Rahmen des Projekts Green Wilhelmshaven sollen sowohl ein Ammoniak-Importterminal als auch eine 1-GW-Elektrolyseanlage für die Wasserstoffproduktion bis Ende des Jahrzehnts gebaut werden. Der Elektrolyseur könnte in Kombination mit dem Importterminal rund 300.000 Tonnen grünen Wasserstoff liefern, was 10-20% des für 2030 erwarteten Bedarfs in ganz Deutschland entspricht.

Uniper könnte bis 2030 zwischen 10-20% des gesamten deutschen Wasserstoffbedarfs von Wilhelmshaven aus decken.

Warum Ammoniak?

  • Die Bundesregierung prognostiziert eine Wasserstoffnachfrage bis 2030 von 90-110 TWh/a.
  • Das macht Importe im großen Stil notwendig, da die heimischen Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff nicht ausreichen.
  • Ammoniak ist die Form des Wasserstoff, die am einfachsten zu transportieren ist und mit großen Schiffen nach Deutschland und Europa gebracht werden kann. Andere Transportvektoren wie verflüssigter Wasserstoff (LH2) oder flüssige organische Wasserstoffträger (LOHC) werden sich voraussichtlich noch einige Jahre in der Entwicklungsphase befinden und die Transportkapazitäten sind auf absehbare Zeit stark begrenzt.
  • Da Ammoniak ein wichtiger Ausgangsstoff für verschiedene industrielle Prozesse ist, besteht bereits jetzt ein global vernetzter und weit entwickelter Markt (jährlicher Verbrauch von rund 180 Mio. Tonnen weltweit).
  • Handhabung, Transport, Lagerung und Verwendung von Ammoniak sind erprobte Prozesse, deren Sicherheitsstandards lang etabliert sind.

Warum Elektrolyse?

  • Mittels Elektrolyse kann die reichlich vorhandene, aber volatile Windenergie in grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Dieser kann sehr effizient transportiert und gespeichert werden.
  • Die Offshore-Windenergie landet an der deutschen Nordseeküste an. Der Weitertransport von Strom in den Süden ist jedoch komplex und teuer, da neue Übertragungsnetze gebaut werden müssten.
  • Eine großtechnische Elektrolyse in Wilhelmshaven kann erhebliche Mengen an Windenergie direkt aufnehmen und in Wasserstoff umwandeln.
  • Die Elektrolyse und die gesamte nachgelagerte Wasserstoffinfrastruktur wirken wie ein Stoßdämpfer, der die Windenergie als Wasserstoff speichert und bei Starkwind transportfähig macht.

Der Großelektrolyseur von Uniper wird für mehrere Zwecke optimiert werden:

  • die wirtschaftliche Produktion von großen Mengen grünen Wasserstoffs.
  • die Anlage kann durch die Bereitstellung von Systemdienstleistungen einen wichtigen Beitrag für den Betrieb des (über-)regionalen Stromnetzes leisten.
  • Die Übertragungsnetzbetreiber könnten davon profitieren, dass der Elektrolyseur flexibel an die Netzsituation angepasst werden kann: Wird an einem windreichen Tag mehr Strom produziert als verbraucht, kann die Produktionsrate des Elektrolyseurs flexibel erhöht und somit das Stromnetz entlastet werden.
  • An Tagen, an denen zu wenig Grünstrom erzeugt wird, kann die Produktionsleistung des Elektrolyseurs flexibel gesenkt werden, um weniger Strom zu verbrauchen.
  • Um diese netzdienliche Fähigkeit des Elektrolyseurs voll auszuschöpfen, werden Uniper und die (über)regionalen Netzbetreiber eng zusammenarbeiten, um die vollständige Integration beider Systeme zu gewährleisten.

Green Wilhelmshaven wurde in den Zehnjahresplan (TYNDP) des Verbands Europäischer Fernleitungsnetzbetreiber für Gas (ENTSOG) für 2022 aufgenommen. Damit ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein für das Projekt erreicht, sondern auch eine Relevanz für die europäischen Klima- und Energieambitionen bewiesen.

Der TYNDP wird alle zwei Jahre im Auftrag der EU veröffentlicht und bildet die europäische Gasinfrastruktur und ihre Zukunft inklusive Entwicklungsszenarien ab. Der Plan gibt zudem Auskunft über die Versorgungssicherheit mit Gas in Europa sowie die Stabilität des Gasnetzes. Im TYNDP aufgelistete Projekte erfüllen die strikten Anforderungen des ENTSOG und sind wichtig für die langfristige Entwicklung der europäischen Energieversorgung. 

Als Schlüsselprojekt für eine grenzübergreifende Infrastruktur treibt Green Wilhelmshaven die stärkere Verknüpfung der Energiesysteme der EU voran und erweist sich somit als ein Projekt von europaweiter Relevanz. Die durch Green Wilhelmshaven erzeugten und importierten erneuerbaren Energiemengen tragen maßgeblich zur Stabilität und Nachhaltigkeit der Energieversorgung bei. 

Energy-Hub - Port of Wilhelmshaven

Im Jahr 2020 gründete eine Gruppe von Unternehmen, Organisationen und regionalen Akteuren die Initiative "ENERGY-HUB Port of Wilhelmshaven". Ihr Ziel ist es, Wilhelmshaven auf die europäische Energielandkarte zu setzen und dessen Rolle als Standort für konventionelle und grüne Energie für die Region und ganz Deutschland zu stärken. Die Mitglieder der Initiative "ENERGY-HUB Port of Wilhelmshaven" sind in den Bereichen Import, Produktion, Speicherung und Transport von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten, Erdgas, Erdöl, Kohle und der Erzeugung von erneuerbaren Energien tätig. Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter www.energyhub-wilhelmshaven.de.